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Markus Siebert ist zurück mit einem Geschichten-Album:
Ab der ersten Sekunde ist die Hörerschaft eingeladen, auf eine persönliche Reise zu gehen. Eine Reise, die von Retrospektive, Bewältigung und Resilienz erzählt. Umhüllt und interpretiert mit leiser Stimme oder der gewohnten Rockröhre. Mal gibt es eine zarte Instrumentierung, mit der die Story begleitet wird, und ein anderes Mal Gitarren-Riffs, treibende Rock-Beats und mitreißende Refrains. Je nachdem in welchem "Kapitel" des Albums wir uns gerade befinden. Fiktion und Realität verschmelzen auf diesem Album zu einer Dramaturgie, die im Verlauf von 9 Songs unterschiedliche Lebensphasen wiederzugeben scheint.

Der Spirit von Tinkerbells Dorf
Als Albumtitel und letzter Song des Albums, ist "Tinkerbells Dorf" der Epilog für die Songs und Geschichten auf dem 4. Studioalbum von Markus Siebert.
Der Song beschreibt die Sehnsucht nach einem sicheren, geborgenen Ort fern von Schmerz, Einsamkeit und inneren Dämonen - einem Ort, den jemand mit außergewöhnlicher Güte kennt. Sieberts lyrisches Ich bittet darum, dorthin mitgenommen zu werden, um Trost, Liebe und Heilung zu finden. Diese Sehnsucht scheint die Essenz zu sein, die alle Protagonisten in den unterschiedlichen Geschichten des Albums miteinander verbindet. So lassen sich in den Songs wiederkehrende Sounds, Metaphern und rhetorische Figuren entdecken, die wie ein Stilmittel auf den Albumtitel-Song hindeuten.
Am Ende überlässt Markus Siebert es wie immer seinen Zuhörern, selbst zu ergründen, was "Tinkerbells Dorf" genau sein könnte: Ein Platz irgendwo auf der Welt oder im eigenen Seelengrund? Etwas, dass wir erschaffen sollten oder etwas, dass wir (er)finden müssen? Und damit ist es Markus Siebert mit seinem 4. Studioalbum allein schon durch den Albumtitel gelungen eine Einladungskarte in die Welt zu entsenden, für eine musikalische Reise voller Licht und Schatten und Herzlichkeit.
Die Produktion, Die Band & Gäste
Produziert hat Markus Siebert das Album in den vergangenen vier Jahren wieder gemeinsam mit seinem langjährigen Producer und Bandkollegen René Schostak. Das entscheidende Jahr der Produktion wurde 2025. Denn am 27.01.2025 beendete Markus Siebert das Songwriting an einem Song, den er als einen der "Schlüsselsongs" des Albums bezeichnet. In den darauffolgenden Monaten wurden mehr als die Hälfte der Songs des Albums fertig produziert. Mitte Oktober 2025 konnte endlich die letzte Phase der Produktion beginnen. Dann übernahm Michael Schwabe von monoposto Düsseldorf das Mastering des Albums und der darauf enthaltenden Bonustracks. Michael Schwabe zeichnete bereits für das Mastering der beiden Siebert-Alben, "Weiter!"(2013) und "Der Sturm"(2017), verantwortlich.
Seit vielen Jahren kennen sich auch die Bandmitglieder, die sich mit Markus für das neue Album und ein neues Live-Erlebnis eingeschworen haben:
Daniela Schwabe (Bass & Kontrabass),
Tina Powileit (Drums & Percussions),
Matthias Behrsing (Keyboards & Piano),
und René Schostak (E-Gitarren & Konzertgitarre),
Zusätzlich haben musikalische Gäste mit ihren Solo-Instrumenten auf "Tinkerbells Dorf" Platz genommen:
Die fabelhafte Antje Rietz, mit ihrer Trompete bei "Tanzen durch die Nacht".
Die grandiose Ally Storch, mit ihrer Rock-Geige und ihrem Cello bei "Das Feld" und "Tinkerbells Dorf".
Und die legendäre Blechbläsergruppe "Zöllner-Horns" bei der Dance-Rock-Nummer "Wir".

Inspiration & Gedanken
Den ersten Song des Albums bezeichnet Markus Siebert selbst als den Prolog.
"Das Feld" (Titel 01.) eröffnet nicht nur das Album mit Tiefe und filmischer Klangwelt, der Song hat auch dem Album-Cover sein Bild geschenkt. Denn im Juli 2023 entstand bereits das Cover-Foto, das Markus Siebert während der Zeit des Songschreibens und der Albumproduktion bei einem Spaziergang selbst fotografierte.
Für Markus ist dieser Schnappschuss ein Glücksfall. Er selbst sagt dazu: "Für mich war schon vor gut vier Jahren klar, dass die Songs "Das Feld" und "Tinkerbells Dorf" die anderen Songs des Albums einrahmen werden. Du gehst durch "Das Feld" und schaust weit zurück. Dann landest du mit dem zweiten Song ("Tageslicht") ziemlich harsch in irgendeiner Lebensrealität und machst ab da eine Entwicklung durch - über die nachfolgenden sieben Songs. Bis du in "Tinkerbells Dorf" ankommst. Beim Betrachten des Covers stelle ich mir selbst die Frage, schaut man aus "Tinkerbells Dorf" hinaus auf das Feld oder muss man erst durch das Feld hindurch, um in "Tinkerbells Dorf" ankommen zu können? Ich finde, es ist ein schönes visuelles Gedankenspiel für dieses Album und seine Songs. Es wäre schön, wenn es funktioniert, und es den Leuten auch so ergeht, wenn sie die Songs des Albums in Reihenfolge gehört haben?"
Die Songs als Wegzeichen
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Sein viertes Studioalbum markiert einen besonderen Meilenstein in der Karriere des Sängers und Songschreibers: Wie gewohnt lässt Markus Siebert seinen Zuhörern ausreichend Raum für die eigene Interpretation der Songs. Wenn man aber den Protagonisten seiner Geschichtensongs gelegentlich eine persönliche Verbindung zu ihrem Schöpfer unterstellen möchte, könnte man auf diesem Album mehr denn je autobiographische Züge vermuten.
Alles beginnt mit dem nachdenklichen Rückblick in eine Kindheit ("Das Feld"). Dabei bleibt es uns als Zuhörern überlassen, ob es sich um eine schöne, von wunderbarem Zauber geprägte Kindheit handelt oder doch eher um eine schwere Kindheit, in der kindlicher Zauber lediglich dazu diente gewisse "Dämonen" in Schach zu halten: "Und mit 'nem Zaubertrick fingen wir am nächsten Tag 'ne neue Kindheit an".
Und während die filmische Aura von "Das Feld" noch nachklingt, wirken alle nachfolgenden Songs wie die Auferstehung aus einem Labyrinth aus Sehnsüchten und Erkenntnissen. Eine neu entdeckte Verbundenheit und Kraft bringen schließlich die Gewissheit, dass es sich um jeden Preis lohnt, sich selbst und andere niemals aufzugeben: "Alles, was zählte, waren immer schon wir."
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Und hat man sich durch das Album regelrecht durchgetanzt und kommt zum vorletzten Song, offenbart Markus Siebert mit "Dieses Herz" erstmals in seiner Sängerkarriere einen Protagonisten, der als Vater für sein Kind singt. Mit der verträumten Instrumentierung klingt der Song nicht nur nach einer Liebesserklärung an Markus Sieberts eigene Kinder, es klingt auch nach Angekommensein ...
... nach einer langen Reise - in "Tinkerbells Dorf".
Besuche auch die offizielle Website www.markus-siebert.de
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